Bild

Tod & Musik

In zwei Seminaren der Studiengänge Musik und Kulturwissenschaft der Universität Bremen ist ein Überblick über die verschiedenen Verknüpfungen von Tod und Musik versucht worden: „Tod und Sterben in der Oper“ (Dr. Frank Nolte) und „Tod und Musik“ (Dr. Susanne Gläß). Im ausführlichen Programmheft zum Konzert sind Beiträge zu einigen der in den Seminaren behandelten Themen versammelt.
In diesem Konzert sind neben den Orchesterwerken Musiken zum Thema Tod erklungen, die sonst nicht so häufig zu hören sind: Das lateinische „Dies irae“ ist seit dem zweiten vatikanischen Konzil nicht mehr Teil der Liturgie der katholischen Totenmesse. Während üblicherweise, wie auch bei Liszt und Rachmaninov, als musikalisches Motiv nur die erste Zeile verwendet wird, sang es die Schola der katholischen Hochschulgemeinde (Ltg. Oliver Rosteck) hier in seiner ganzen eindrucksvollen Länge.
Leichenzüge, begleitet von Musikkapellen, die die Trauer für alle lautstark hörbar machen und an den Tod erinnern, haben in unserem heutigen Leben zusammen mit der schwarzen Trauerkleidung ihren Platz verloren. Damit sind auch die Trauermärsche (fast) verschwunden. Gelegentlich haben sie noch als Musik bei symbolischen, politischen Trauerzügen überlebt. Die Blasinstrumentenformation „Lauter Blech“ steht in dieser Tradition und spielte in diesem Konzert Trauermärsche aus ihrem Repertoire.

„Dies irae“

Ausführende: Chor DJINGLE, Ltg. Oliver Rosteck

Franz Liszt, Totentanz für Klavier und Orchester, LW H8 (komp. 1847 -1862)

Ausführende: Arne Schäfer/Klavier, Orchester der Universität Bremen/Ltg. Susanne Gläß

Funeral March · La danse macabre · Santa Croce · Eternal Peace · Panama

Die traurige Taube oder La Paloma in Moll · Die Pest · Funeral Procession

Ausführende: Lauter Blech

Sergej Rachmaninov, Die Toteninsel. Symphonische Dichtung zum Gemälde von A. Böcklin für großes Orchester, op. 29 (komp. 1909)

Ausführende: Orchester der Universität Bremen/Ltg. Susanne Gläß

Konzerte:
Ottersberg, Gr. Saal d. Freien Rudolf-Steiner-Schule, 4. 2. 02, 20 Uhr
Bremen, Kulturzentrum Schlachthof/Kesselhalle, 6. 2. 2002, 20 Uhr