Bild
Bild   Bild

Orchesterbegegnung mit dem Orchestre Universitaire de Strasbourg

Dass gerade diese Begegnung so glücklich war, lag möglicherweise daran, dass die Reise einerseits nicht zu weit und nicht zu lang und deshalb mit wenig Aufwand an einem Tag zu bewältigen war, aber andererseits doch weit genug, so dass sie als eine Reise ins Ausland erlebt wurde, in dem eine fremde Sprache gesprochen wird und wo es trotz der geografischen Nähe eben doch auch eine Reihe kleiner spannender, aber nie anstrengender kultureller Unterschiede zu erfahren gibt. Gleichzeitig war eine direkte Verständigung möglich, da viele Mitglieder beider Orchester und auch die Dirigentinnen auf Schulfranzösisch oder Schuldeutsch zurückgreifen konnten und in Engpasssituationen Englisch als fremde Sprache für beide Seiten zur Verfügung stand.

Die gemeinsamen Proben waren intensiv und produktiv; beide Orchester waren sehr daran interessiert, sich zu mischen und setzten sich spontan auch in den Streichinstrumenten dort, wo es passte, an gemischte deutsch-französische Pulte. Die sich ergebende Doppelung der Besetzung in den Sektionen Holz, Blech und Schlagzeug war an vielen Stellen wegen des satten romantischen Klangs der Sinfonie kein Problem und wurde an transparenten Stellen und im Schlagzeug gelassen durch Abwechslung gelöst. Glücklich war auch die harmonische Zusammenarbeit der beiden Dirigentinnen; die beiden Dirigentinnen Corinna Niemeyer/Straßburg und Susanne Gläß/Bremen arbeiteten Hand in Hand und wechselten sich ab. Corinna Niemeyer dirigierte in allen Proben und Konzerten die beiden ersten Sätze der Sinfonie, Susanne Gläß die beiden letzten.

In beiden Städten wurde jeweils am ersten Tag (Freitag) die Partnerstadt besichtigt und genossen, am zweiten Tag (Sonnabend) geprobt, anschließend wurden zwei Konzerte gegeben. In Straßburg wurde das Bremer Orchester am Freitag bei strahlendem Wetter zu einer Bootsfahrt auf den malerisch verzweigten Flussarmen der Ill eingeladen und am ersten Abend fand eine Vom-Blatt-Spiel-Session großer Orchesterwerke von Mozart und Dvořák statt. Das Bremer Orchester revanchierte sich mit einer Bootsfahrt durch den Bürgerpark und einem gemeinsamem Breminale-Besuch. In beiden Städten übernachteten die Orchestermitglieder jeweils im wesentlichen in den Privatwohnungen der ortsansässigen Orchestermitglieder, was die persönlichen Kontakte noch weiter intensivierte und die Kosten niedrig hielt.

Die gemeinsamen Konzerte wurden bereichert durch jeweils ein Werk, das jedes Orchester alleine spielte: Das Straßburger Orchester eröffnete die Konzerte mit Arthur Honeggers poetischer „Pastorale d’été“. Das Bremer Orchester erwies dem Esprit der französischen Musikkultur seine Reverenz mit der Aufführung von Camille Saint-Saëns‘ spritzigem 1. Cellokonzert. Solistin war die erst 20jährige Kundry Röder-Sorge aus Wuppertal, die Schwester der aktuellen Konzertmeisterin des Bremer Orchesters.

Programm

Arthur Honegger (1892 – 1955): Pastorale d’été (komp. 1920)
Ausführende:
Orchestre Universitaire de Strasbourg
Leitung: Corinna Niemeyer

Camille Saint-Saëns (1835 – 1921): 1. Cellokonzert a-Moll (komp. 1872)
Ausführende:
Orchester der Universität Bremen
Konzertmeisterin: Iria Röder-Sorge
Violoncello: Kundry Röder-Sorge
Leitung: Susanne Gläß

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840 – 1893): 2. Sinfonie c-Moll über ukrainische Themen (komp. 1872)
Andante sostenuto – Allegro vivo
Andantino marziale, quasi moderato
Allegro molto vivace
Moderato assai – Allegro vivo
Ausführende:
Orchestre Universitaire de Strasbourg & Orchester der Universität Bremen
Leitung: Corinna Niemeyer (Sätze 1 und 2) und Susanne Gläß (Sätze 3 und 4)

Coaching der Streichinstrumente des Orchesters der Universität Bremen: Hannah Weber (Violoncello/Bremer Philharmoniker)
Coaching der Holzblasinstrumente des Orchesters der Universität Bremen: Dirk Ehlers (Fagott/Bremer Philharmoniker)
Coaching der Blechblasinstrumente des Orchesters der Universität Bremen: Michael Feuchtmayr (Posaune/Bremer Philharmoniker)

Diese Orchesterbegegnung wurde durch das Institut français Bremen unterstützt, das freundlicherweise seine Gästewohnung zur Verfügung stellte, und der Besuch des bremischen Orchesters in Frankreich wurde vom Deutsch-Französischen Jugendwerk gefördert.

Konzerte

Sonnabend, 25. Juni 2011, 20.30 Uhr, Eglise St-Paul/Strasbourg
Sonntag, 26. Juni 2011, 14 Uhr, Palais des Fêtes/Strasbourg
Sonnabend, 9. Juli 2011, 20 Uhr, Gutsscheune Stuhr/Varrel
Sonntag, 10. Juli 2011, 11.30 Uhr, Garten des Hauses am Walde/Bremen

Beachten Sie auch die Bilder vom Konzert am 10.7. 2011.